Die Hypothek ist für die meisten der grösste Kredit ihres Lebens – und die Schweizer Regeln sind eigen. Wer die Begriffe versteht, kann Angebote besser vergleichen und böse Überraschungen vermeiden. Dieser Ratgeber erklärt die Kernpunkte, ohne Ihnen eine konkrete Finanzberatung zu ersetzen.
Bei der Tragbarkeitsprüfung rechnen Banken nicht mit dem heutigen, oft tiefen Zins, sondern mit einem deutlich höheren kalkulatorischen Satz (häufig rund 5 %). So stellen sie sicher, dass Sie sich das Eigenheim auch bei steigenden Zinsen leisten können. Das erklärt, warum eine Immobilie tragbar sein muss, selbst wenn die aktuelle Rate viel niedriger wäre.
Die erste Hypothek reicht bis rund zwei Drittel des Immobilienwerts. Der Teil darüber bis 80 % ist die zweite Hypothek und muss innert 15 Jahren oder bis zur Pensionierung amortisiert werden. Bei der direkten Amortisation zahlen Sie die Schuld direkt zurück; bei der indirekten Amortisation zahlen Sie in die Säule 3a ein, die später die Hypothek reduziert – das kann steuerliche Vorteile haben.
Eine Festhypothek fixiert den Zins für eine bestimmte Laufzeit – Planungssicherheit, aber weniger Flexibilität. Eine SARON-Hypothek folgt dem kurzfristigen Referenzzinssatz und schwankt entsprechend – oft günstiger, aber mit Zinsrisiko. Manche kombinieren beide Modelle («Tranchen»), um Risiko und Flexibilität auszubalancieren.
Für selbstbewohntes Eigentum lassen sich Vorsorgegelder nutzen. Beim Vorbezug entnehmen Sie Kapital aus der 2. oder 3. Säule – das erhöht Ihr Eigenkapital, senkt aber Ihre spätere Vorsorge und kann eine Steuer auslösen. Bei der Verpfändung bleibt das Kapital investiert und dient nur als Sicherheit; die Hypothek wird höher, dafür bleibt die Vorsorge intakt. Welche Variante passt, hängt von Ihrer Situation ab.
Auch wer mietet, profitiert vom Verständnis der Zinsen: Die Mieten sind an einen offiziellen Referenzzinssatz gekoppelt. Sinkt dieser, können Mietende unter Umständen eine Mietzinssenkung verlangen; steigt er, sind Erhöhungen möglich. Es lohnt sich, den aktuellen Stand zu kennen.
Zahlen sind die eine Hälfte der Entscheidung, die Lage die andere. Bevor Sie Zeit in Besichtigungen investieren, erkunden Sie Umgebung, Ausrichtung und Nachbarschaft eines Objekts auf der 3D-Karte von 3DFlats – so konzentrieren Sie Ihre Finanzierungsgespräche auf Objekte, die wirklich in Frage kommen.
Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Regeln, Fristen, Gebühren und Steuern unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde und ändern sich mit der Zeit. Prüfen Sie vor verbindlichen Entscheidungen die offiziellen Quellen Ihres Kantons und ziehen Sie bei Bedarf Fachpersonen (Treuhand, Bank, Notariat, Mieterverband) bei.
Dossier, Besichtigung, Mietvertrag, Depot und Übergabe – der komplette Ablauf der Wohnungssuche in der Schweiz, verständlich erklärt.
8 Min. Lesezeit →Wie viel Eigenkapital braucht es, was bedeutet Tragbarkeit und wie läuft der Kauf beim Notar ab? Der Weg zum Wohneigentum in der Schweiz.
9 Min. Lesezeit →Netto- vs. Bruttomiete, Nebenkosten, Depot und einmalige Kosten – der ehrliche Überblick über die tatsächlichen Mietkosten in der Schweiz.
6 Min. Lesezeit →Bevor Sie eine Besichtigung planen, erkunden Sie Strasse, Nachbarschaft und Distanzen zu ÖV, Schulen und Geschäften auf der fotorealistischen 3D-Karte von 3DFlats.
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