Wohneigentum ist in der Schweiz begehrt, aber die Wohneigentumsquote ist im internationalen Vergleich tief – nicht zuletzt wegen der Finanzierungsanforderungen. Wer die Regeln zu Eigenkapital und Tragbarkeit kennt, kann realistisch planen. Dieser Ratgeber erklärt den Ablauf und die Kosten von der Finanzierung bis zum Grundbucheintrag.
In der Regel müssen Käuferinnen und Käufer mindestens 20 % des Kaufpreises als Eigenkapital einbringen. Wichtig: Mindestens 10 % müssen aus «hartem» Eigenkapital stammen, also nicht aus der Pensionskasse (2. Säule). Guthaben aus der Säule 3a lässt sich einsetzen, ebenso Ersparnisse, Schenkungen oder ein Erbvorbezug.
Banken prüfen nicht nur, ob Sie den Kauf heute stemmen, sondern ob er langfristig tragbar bleibt. Als Faustregel gilt: Die laufenden Kosten sollten rund einen Drittel des Bruttoeinkommens nicht übersteigen. Gerechnet wird dabei bewusst konservativ:
Die Finanzierung ist meist zweistufig. Die erste Hypothek deckt bis rund zwei Drittel des Werts und muss nicht zwingend amortisiert werden. Der Teil darüber – bis maximal 80 % – ist die zweite Hypothek und muss innert 15 Jahren oder bis zur Pensionierung zurückgezahlt (amortisiert) werden. Bei den Zinsmodellen wählen Sie typischerweise zwischen einer Festhypothek und einer marktbasierten Variante (z. B. SARON).
Ist ein Objekt gefunden und die Finanzierung bestätigt, läuft der Kauf in geordneten Schritten ab:
Zusätzlich zum Kaufpreis fallen einmalige Kaufnebenkosten an: Notariats- und Grundbuchgebühren sowie – je nach Kanton – eine Handänderungssteuer. Diese Kosten variieren stark zwischen den Kantonen und können zusammen mehrere Prozent des Kaufpreises ausmachen. Planen Sie sie von Anfang an ins Budget ein, da sie in der Regel nicht über die Hypothek finanziert werden.
Prüfen Sie bei Stockwerkeigentum das Reglement, den Zustand des Gebäudes und den Erneuerungsfonds. Genauso wichtig ist die Lage: Sie ist der einzige Faktor, den Sie später nicht ändern können. Auf der 3D-Karte von 3DFlats erkunden Sie Ausrichtung, Umgebung und Nachbarschaft realistisch, bevor Sie eine Besichtigung vereinbaren – eine gute Ergänzung zur Prüfung der Zahlen.
Dieser Ratgeber bietet allgemeine Orientierung. Regeln, Fristen, Gebühren und Steuern unterscheiden sich je nach Kanton und Gemeinde und ändern sich mit der Zeit. Prüfen Sie vor verbindlichen Entscheidungen die offiziellen Quellen Ihres Kantons und ziehen Sie bei Bedarf Fachpersonen (Treuhand, Bank, Notariat, Mieterverband) bei.
Dossier, Besichtigung, Mietvertrag, Depot und Übergabe – der komplette Ablauf der Wohnungssuche in der Schweiz, verständlich erklärt.
8 Min. Lesezeit →Kalkulatorischer Zins, Amortisation, Fest- vs. SARON-Hypothek und Vorsorgegelder – die Schweizer Hypothek verständlich erklärt.
7 Min. Lesezeit →Netto- vs. Bruttomiete, Nebenkosten, Depot und einmalige Kosten – der ehrliche Überblick über die tatsächlichen Mietkosten in der Schweiz.
6 Min. Lesezeit →Bevor Sie eine Besichtigung planen, erkunden Sie Strasse, Nachbarschaft und Distanzen zu ÖV, Schulen und Geschäften auf der fotorealistischen 3D-Karte von 3DFlats.
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